Palmöl - Klimakiller oder ökologischer Alternativbrennstoff?
Bereits über meherere Monate zieht sich die Diskussion, ob die Nutzung von Palmöl in BHKW-Anlagen nicht nur eine ökonomische sondern auch eine ökologisch vertretbare Alternative darstellt.
Am 12. März 2007 wurde in der ARD-Sendung "Report München" unter dem Titel "Klima-Killer Palmöl - Das schmutzige Geschäft mit Blockheizkraftwerken" ein Beitrag zur Problematik einer Palmölnutzung in BHKW-Anlagen gesendet.
Es zeigt sich nun, dass die teilweise von beiden Seiten in schwarz-weiß Schemen geführte Diskussion über den Sinn und Unsinn einer Palmölnutzung in BHKW-Anlagen auch den bisher sehr guten Ruf der gesamten BHKW-Branche in Misskredit bringen könnte. Bei einem Beitragstitel wie "Das schmutzige Geschäft mit Blockheizkraftwerken" kann nicht erwartet werden, dass der unbedarfte Zuschauer oder Leser zwischen Palmöl-Blockheizkraftwerken und anderen BHKW-Anlagen unterscheiden kann. Dies stellt eine nicht zu verharmlosende Gefahr dar. Meiner Meinung nach ist eine Nachhaltigkeitsforderung in Bezug auf den Palmölbezug bei BHKW-Anlagen genauso verständlich wie die Forderung nach einem hohen Anteil der Wärmenutzung in KWK-Prozessen. Beides ist bei etlichen Palmöl-BHKW-Projekten in Deutschland derzeit nicht gegeben.
Andererseits wurden in dem Beitrag auch Entwicklungen wie die zahlreichen Brandrodungen zwischen 1990 und 2001 aufgezeigt, die nahezu ausschließlich auf eine Palmöl-Plantagenausbau aufgrund des gestiegen Nahrungsmittelkonsums von Palmöl zurückzuführen sind.
Bei einer jährlichen Stromerzeugung von rund 1,3 Mrd. Kilowattstunden aus Palmöl-BHKW pro Jahr werden in Deutschland ca. 300.000 t Palmöl für energetische Zwecke verwendet. Dies entspricht weniger als 1 % der in asiatischen Plantagen erzeugten Palmölmenge und rund 6 % der in die gesamte EU eingeführten Palmölmenge. Leider wurde bei den vielen plakativen Zahlen die Signifikanz der energetisch genutzten Palmölmenge in Bezug auf die Gesamtmenge durch das Politmagazin Report nicht aufgezeigt.
Dies ändert indes nichts an der Tatsache, dass sich die BHKW-Szene der ökologischen Problematik des Palmölanbaus aber auch der Nichtnutzung von Wärme bei etlichen Palmöl-BHKW-Projekten stellen muss. Dabei ist es wenig hilfreich, dass man sich als BHKW-Betreiber darauf beruft, dass der Gesetzgeber (bis dato) keine Einschränkungen in Bezug auf den Pflanzenölbezug erlassen hat. Das bewusste Ausblenden von Problemen und Konflikten hat noch nie zu einer Problemlösung geführt. Andererseits ist es aber auch falsch, einer Branche, die nur einen Bruchteil des Palmölbedarfs zu verantworten hat, die Hauptverantwortung an einer ökolgischen Fehlentwicklung aufbürdet, nur weil es in einer bunten Medienwelt einfacher erscheint, Sachverhalte in schwarz-weiß darzustellen.
Markus Gailfuß, BHKW-Infozentrum Rastatt
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